1. Begegnung mit etwas Fremden

Es begann damit als ich mit 16 Jahren auf einer Sylvester Party war. Es war kurz vor Mitternacht
jeder hatte ein Glas Sekt zum anstossen in der Hand. Plötzlich fing ich an zu zittern, meine Hand
verkrampfte sich - meine Gedanken rasten durcheinander, sie waren bei meiner Tante, die ich ab-
göttisch liebte. (Schwester meiner Mutter) Ich wusste es muss was mit ihr passiert sein. Das Glas
in meiner Hand zerbrach in tausend Scherben, ich blutete, merkte es aber gar nicht. Ich eilte zum
Telefon und rief meine Mutter an. Ich vergass alles um mich herum. Als ich meiner Mutter erzählte,
das ich glaube meiner Tante ist etwas schlimmes passiert, glaubte sie mir kein Wort- meinte ich
hätte was getrunken, und ich solle sofort heimkommen. Mir war hundeelend zu Mute und ich verliess
so also vorzeitig die Party.

Nachts um 04.00 Uhr riss uns das Telefon aus dem Schlaf. meine Mutter kam nach kurzer Zeit in mein
Zimmer, vollkommen in Tränen aufgelöst. Ihr Schwager war am Telefon, seine Frau, die Schwester
meiner Mutter, meine Tante Claudia war kurz vor Mitternacht verstorben. Wie sich später heraus-
stellte an einem Herzmuskelkrampf.

Nach diesem Erlebnis, sah ich alle Vorgänge um mich herum mit anderen Augen an und achtete auf
jedes Zeichen. Aber es sollten Jahre vergehen bevor ich wieder mit etwas aussergewöhnlichem kon-
frontiert wurde. Ich habe lange überlegt ob ich meine Geschichte veröffentlichen soll, doch wenn
ich sie mir einmal von der Seele schreibe, vielleicht fühle ich mich danach besser...

2. Begegnung mit etwas Unbekannten

Ich lebte zu der Zeit in Südengland, war mit einem Engländer verheiratet, erst knapp 9 Monate, als
ich erfuhr, das mein Mann der vor einer halben Stunde das Haus verlassen hatte , bei einem Verkehr-
sunfall unverschuldet, ums Leben gekommen war. Ich kann nicht mehr sagen wie mir zu Mute war, ich
war einfach auch tot- tot in meinem Inneren, ich konnte und wollte es einfach nicht begreifen, das
Jim nicht mehr heimkam. Ich war plötzlich allein in einem fremden Land. Jim hatte keine Verwandtschaft
mehr gehabt, ausser ein paar alten Tanten im Norden Englands und einen Cousin. Mit denen hatte er,
schon über Jahre hinweg keinen Kontakt mehr gehabt.

Ich sass alleine in einem riesengrossen Haus mit 2 Katzen einem Hund, einer Schlange und 16 Vögeln.
Mein Mann liebte Tiere über alles. Ich weiss nicht mehr viel von der Beerdigung und dem ganzen
Drum herum, ich kann mich nicht mehr daran erinnern, vielleicht will ich es auch nicht mehr, weil
es mir einfach zu weh tut, darüber nachzudenken. Ich schloss mich ganz einfach weg, ich ging nicht
mehr in die Uni, ich ging nicht mehr ans Telefon, nur vor die Haustuer mit dem Hund- und runter ins
Geschäft zum einkaufen. Hauptsächlich Tiernahrung. Ich kümmerte mich um mich selber gar nicht mehr,
essen konnte ich kaum mehr was, weil ich immer alles wieder erbrach. Ich fühlte mich hundeelend,
traurig, alleine, vermisste meinen Jim.

2 Tage nach dem Tode meines Mannes spielten sich im Hause unerklärliche Dinge ab. Es begann am
Abend als ich das Licht einschaltete, in der Küche. Es begann zu flackern. Der Hund wurde unruhig,
er bellte und bellte, was er sonst nie tat. Mein Mann hing sehr an diesem Hund einen Staffordshire-
bullterrier ein ganz lieber Kerl - übrigens. Machte ich das Licht aus und ging in den Flur schaltete
es dort ein, dann flackerte es da. Am schlimmsten aber war es im Wohnzimmer mit dem Lichtgeflackere
und ein eiskalter Windhauch war dann jedes mal zum spüren.

Ich bekam einen Abend Besuch, von 2 Freunden meines Mannes, Bobby wollte sich ein Computerprogramm
von mir ausleihen und brauchte auch einen Rat von mir. Wir sassen im Wohnzimmer, beide spürten diesen
kalten Windhauch. Joe meinte, "Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen bei dir geistert es,
und er lachte. Ich konnte nicht lachen - ich erzählte Ihnen von dem Lichtgeflackere. Sie glaubten mir
nicht. Gut, dachte ich, ich weiss was ich sehe und ging in die Küche um den Kaffee zu holen. Plötzlich,
kaum war ich aus dem Zimmer, hörte ich Bobby laut nach mir schreien. Ich eilte zurück ,- im Wohnzimmer,
dort spielte alles verrückt. Die ganze Elektrizität schien verrückt geworden zu sein.. Die Deckenlampe
flackerte an - aus - an - aus, der PC ging plötzlich aus, der Fernseher rauschte nur noch, kein Bild mehr.
Der Windhauch war extrem zu spüren, es herrschte eine eisige Kälte im Wohnzimmer. Wir verliessen
fluchtartig alle Drei diesen Raum und gingen in die Küche. Da flackerte dann nur die Deckenbeleuchtung.
Bobby und Joe, waren durcheinander. Bobby versprach mir einen Elektriker vorbeizuschicken um das mal
überprüfen zu lassen. Joe war kleinlaut und meinte nur, Jim geistert im Hause herum,
(das dachte ich schon lange)

Der Elektriker kam 2 Tage später und fand nichts, alles in Ordnung, (das hätte ich vorhersagen können),
denn das Licht hatte vor Jims Tod nie geflattert. Ich lag jeden Abend im Bett und heulte -
hatte einfach nur Angst!

Es klingelte unten an der Haustür, am Montagmorgen- meine Ärztin stand ungerufen vor der Tür.
Bobby hatte auch sie angerufen, sie solle bei mir vorbeischauen, ich wäre ein nur noch ein kleiner
Haufen Elend, totaler Gewichtsverlust, zu dem Zeitpunkt wog ich 46 kg. Wir hatten ein langes Gespräch
zusammen und sie gab mir eine Telefonnummer von einer Inderin, die ich einmal anrufen sollte und einen
Termin ausmachen sollte.

Ich rief erst eine Woche später dort an, aber dann war ich den nächsten Tag darauf schon bei ihr.
Ich erzählte ihr alles was sich abspielte, bei mir daheim. Diese Frau verstand mich, glaubte mir.
Sie meinte, manchmal finden die Seelen Verstorbener, keine Ruhe -und da mein Mann so plötzlich
verstorben ist, will er nicht gehen, nicht los lassen. Wenn das mit dem Lichtgeflackere wieder ist,
soll ich laut und deutlich sagen, vielleicht sogar schreien, "Jim höre endlich auf damit - du machst
mir Angst!" Meistens wirkt das oder ich soll sagen, "zeige mir was du möchtest, hilf mir, dich zu
verstehen." Sie meinte ich werde dann sehen wie schnell ich Ruhe haben werde. Sie gab mir noch die
Telefonnummer einer Deutschen, die gerne Kontakt mit einer anderen Deutschen Frau haben möchte
und ich soll doch da mal anrufen. Natürlich tat ich das auch und so wurde Martina meine beste
Freundin und Vertraute.

Als am nächsten Abend das mit dem Licht wieder anfing, beherzigte ich die Worte der Inderin und
schrie los, ich schrie um meine Angst damit zu unterdrücken. "Jim höre bitte endlich damit auf,
du machst mir Angst, ich kann nicht schlafen, ich kann nicht essen, das macht mich hier alles krank,
hör' damit auf!". Ich brach in Tränen aus. Aber es wirkte, schlagartig hörte das mit dem Licht auf,
es wurde aber wieder eiskalt, der Hund fing an zu jaulen und führte sich wieder auf wie verrückt.
Von diesem Moment an hatte ich Ruhe bis.....